Salzburg Museum, Neue Residenz | 19. Oktober 2013 - 16. März 2014

"Der Reigen - antike Liebespaare in Bewegung"
6 Bäume, Modelleisenbahn

Durch die Kronen von Bäumen, deren Gestalt amourös verfolgte Frauengestalten der griechischen Sage bekanntlich öfter annehmen, verlaufen schwebend die Schienen einer Modelleisenbahn. Hier besuchen im Rundkurs griechische Götter (Lokomotiven) unermüdlich die Bahnhöfe (weibliche Figuren der griechischen Mythologie) an den Bäumen. Die neu entstehenden Konstellationen im griechisch-göttlichen Liebesleben erinnern an Schnitzlers Reigen
.

Fotos: Salzburg Museum

I
THISBE UND PYRAMOS

PYRAMOS und THISBE dürfen sich aufgrund der Feindschaft ihrer Eltern nicht sehen. Sie kommunizieren miteinander einzig durch einen Spalt in der Wand zwischen den Elternhäusern. Bei ihrer ersten nächtlichen Verabredung verfehlen sie sich. PYRAMOS stürzt sich – im Glauben von THISBES Tod – in sein Schwert. THISBE findet ihn sterbend vor und tut es ihm gleich. Die Eltern lassen die Asche des unglücklichen Paares in derselben Urne vereinen.


II
EURYDICE UND ORPHEUS

Die Nymphe EURYDICE wurde durch einen Schlangenbiss getötet. Der trauernde ORPHEUS erwirkt durch seinen Gesang ein Wiedersehen in der Unterwelt und die Rückgabe seiner Geliebten – unter der Bedingung, dass er beim gemeinsamen Aufstieg vorangehen müsse und sich nicht nach ihr umschauen dürfe. Da er die Schritte der EURYDICE nicht hört, sieht er sich um, worauf EURYDICE für immer  in die Unterwelt entschwindet.


III
DANAE UND ZEUS

Akrisios, der König von Argos, hatte zwar eine Tochter, aber keinen männlichen Erben. Gewarnt vom Orakel („Du wirst keine Söhne haben und dein Enkel wird dich töten.“), verwahrt er die noch kinderlose DANAE in einem bronzenen Turm, von wilden Hunden bewacht. Doch der Göttervater ZEUS begehrt sie und findet durch das Dach des Gefängnisses Zugang zu ihr, indem er sich in einen Goldregen verwandelt. DANAE gebiert den Sohn Perseus.


IV
APHRODITE UND HEPHAISTOS, ARES, DIONYSOS, HERMES, ADONIS, ANCHISES, BUTES

Verheiratet war die schöne Liebesgöttin APHRODITE mit dem unansehnlichen HEPHAISTOS, Gott des Feuers und der Schmiedekunst, den sie ständig mit Sterblichen und Unsterblichen betrog. Notorisch war ihre lange Beziehung zum Kriegsgott ARES. Aus dieser wie aus weiteren Liebschaften mit ANCHISES, DIONYSOS, HERMES und dem Argonauten BUTES entstanden diverse Nachkommen. Ferner liebte sie den schönen ADONIS, der jedoch vom eifersüchtigen ARES in Gestalt eines Keilers bei der Jagd getötet wurde.


V
SALMACIS UND HERMAPHRODITOS

Die Liebe der Quellnymphe SALMACIS zum Jüngling HERMAPHRODITOS, findet keine Erwiderung. Auf ihre Bitte an die Götter, sie für immer mit ihm zu vereinen, verbindet sie sich mit HERMAPHRODITOS – eng umschlungen in ihrem Teich – zu einem einzigen zweigeschlechtlichen Wesen.


VI
PSYCHE UND AMOR

AMOR besucht PSYCHE heimlich Nacht für Nacht, aus Angst vor seiner Mutter Venus, die auf PSYCHEs Schönheit eifersüchtig ist. PSYCHE deckt seine Identität auf und muss für Venus nun verschiedene gefährliche Aufgaben erledigen. Bei ihrer letzten Aufgabe wird sie aus einem todesähnlichen Schlaf nur durch AMORs Flügelschlag errettet. AMOR darf PSYCHE heiraten, welcher für ein ewiges Zusammenleben Unsterblichkeit verliehen wird.


VII
DAPHNE UND APOLL

Als APOLL den Liebesgott Eros als schlechten Schützen verspottet, rächt sich dieser, indem er einen Liebespfeil mit einer goldenen Spitze auf APOLL und einen mit bleierner Spitze auf die Bergnymphe DAPHNE abschießt. APOLL verliebt sich unsterblich in DAPHNE, die aber durch die Bleispitze für eine  Liebschaft unempfänglich wurde. Auf der Flucht vor dem sie bedrängenden APOLL verwandelt sie sich in einen Lorbeerbaum.


VIII
BAUCIS UND PHILEMON

Das alte Ehepaar PHILEMON und BAUCIS bewirtet den verkleideten Zeus und seinen Sohn Hermes gastfreundlich in ihrer ärmlichen Hütte. Als sie die Götter erkennen, entschuldigen sie sich für das karge Mahl. Aus Dank für ihre Gastfreundschaft gewähren die Götter dem Paar seinen Wunsch, sich niemals trennen zu müssen. So sterben beide gleichzeitig und werden zu zwei ineinander verwachsenen Bäumen.


IX
ODYSSEUS UND PENELOPE, CIRCE UND CALYPSO

ODYSSEUS begab sich nach dem Sieg über Troja auf die Heimreise, auf der er durch zahlreiche Abenteuer seine gesamte Mannschaft verlor. Ein Jahr verbringt ODYSSEUS bei der Zauberin CIRCE, sieben Jahre bei der Nymphe CALYPSO. Aus Heimweh verzichtet er auf die Unsterblichkeit und begibt sich mit einem selbstgebauten Floß auf die Heimreise. Zu Hause tötet er sämtliche Freier, die seine Frau PENELOPE bedrängten.


«