I n s t a l l a t i o n e n
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Platons Hörsaal | Hörsaal des Optischen Museums Jena, 2009

Jena mit seiner Universität kann ab 1800 als Zentrum der Philosophie, im Besonderen der Erkenntnistheorie, angesehen werden. Die Anwesenheit Fichtes, Schellings, Hegels und Schillers, zum Teil initiiert durch J. W. von Goethe, lockte auch Brentano, Voß, Hölderlin, Novalis und die Gebrüder Schlegel nach Jena. Beinahe logisch erscheint in diesem Lichte die Ansiedlung der optischen Werke Zeiss, welche den Fokus für den wohl wichtigsten Sinn, um unsere Realität zu überprüfen - den Sehsinn - lieferte.
Fortgesetzt und präzisiert wurde diese Tradition auf physiologischer Ebene durch den Naturwissenschaftler Ernst Haeckel, den glühendsten Darwinisten auf dem Kontinent, den Entdecker des EEG Hans Berger und den Psychiater Otto Binswanger.

Erkenntnis schmerzt. Erkenntnis ist nicht beiläufig zu haben, oftmals mit Angst und Schrecken verbunden. Schon Platons Gefangene in der Höhle ließen sich nur widerwillig von ihren Ketten befreien und ans Licht führen, ihre schmerzenden Augen hielten die Wirklichkeit für einen Traum. Zurückgekehrt in die Höhle wussten sie ihre von der Sonne hervorgerufene Blendung und die neu gesehenen Bilder in den grellsten Farben zu beschreiben. Die dunkle Höhle, gewärmt durch das Feuer und geschmückt durch die flackernden Schatten, galt es aufzugeben und sich dem frischen Wind der Welt zu überlassen.





Stille Wasser | Gera, Höhler 2008

Auch das Dunkle, Verborgene kennt Höhen und Tiefen, Berge und Täler. Platons Höhle, die den Weg des Erkennens weist, war wohl in den Bergen bei Athen gelegen, der Schritt aus dem flackernden Schatten der Finsternis ein kurzer. Persephones Auftauchen aus der ungeliebten Unterwelt, welche ihr die Ehe mit dem Gott Hades bescherte, verkündet jedes Jahr den Beginn der lichten Zeit mit der Pracht des Frühlings und der strahlenden Helligkeit des Sommers.

Der Tartaros als tiefster Punkt des Hades, so tief wie der Himmel hoch, versammelt die vom Olymp und der irdischen Welt Verstossenen.
Das Reich der Titanen hallt wider vom Wehklagen der Danaiden, deren Fass sich nie füllt, dem Stöhnen des arbeitenden Sisyphos und dem Seufzen des ewig dürstenden Tantalos. Ein System kommunizierender Gefäße: Apothekerflasche mit Borwasser (Platons Höhle), Gießkanne (Persephone), Weinfass (Danaiden), Aquarium (Tantalos), verbunden durch Kupferrohre und Plastikschläuche.





Gera, Hoehler, Stille Wasser
Und sie bewegt sich doch! (Schulbank, Stuhl), Ramle/ Israel

Und sie bewegt sich doch! | Camp Ramle/ Israel 2008
(Installation und Aktion in ehemaligem Schulgebäude)

„Und sie bewegt sich doch“ (Galileo Galilei)
Manchmal scheint die Welt still zu stehen; die Dinge kreisen verlangsamt und entfernen sich auf ihren Umlaufbahnen, ihr Rauschen wird unhörbar und verliert sich in der Weite des Alls. Geheimnisvolle Kräfte verrücken uns die Welt an den Leib und schmerzhaft tönt ihr Wesen in taub gewordenen Ohren.




Installationen

Installationen

"Der Reigen", Aphrodite (Tempel) und Apoll (Lokomotive, Modelleisenbahn) "Der Reigen", Modelleisenbahn und Bäume "Der Reigen", Schienen Modelleisenbahn

Der Reigen | Stadtschloss Weimar 1997

Die weiblichen Figuren der griech. Mythologie (Bahnhöfe) werden von den männlichen Göttern (Lokomotiven) besucht, was zu neuen Konstellationen im griechischen/ göttlichen Liebesleben führt.

Installationen

Installationen

Luft Zug |
Stifterhaus Linz 1992

Eine Spielzeugeisenbahn tastet in Fensterbretthöhe den Raum ab.

Stifterhaus Linz, Luftzug (Modelleisenbahn umfährt Raumkonturen)
Installationen

Installationen

Führerstadt-Ruine Linz, Donauuferbebauung (Kartonmodell, Braunkohle, Buchenwaldlaub) Führerstadt-Ruine Linz, Donauuferbebauung (Kartonmodell, Braunkohle, Buchenwaldlaub)

Führerstadtruine | Linzer Landesmuseum 2000

Kartonmodell der Donauuferbebauung 1:200, Braunkohlestaub aus Weimar, Laub aus Buchenwald über der gewachsenen Altstadt.

Ich lebe in zwei Lieblingsstädten Adolf Hitlers: Linz, meine Heimatstadt, war Hitlers Jugenddomizil. Weimar, mein seit 1993 beruflicher Standort, war auch eine von Hitler bevorzugte Örtlichkeit, die er mit mehr als 40 Besuchen und einem Gauforum beglückte.
Hermann Giesler, der das Weimarer Gauforum plante und errichtete, entwarf auch für Linz die Donauuferbebauung, die als Modell noch im Februar 1945 in den Bunker der Berliner Reichskanzlei geliefert wurde. Der Verbleib des Original-Modells ist ungewiss, wahrscheinlich wurde es zu Kriegsende zerstört. Übriggeblieben sind Lagepläne, einige Ansichten und Modellfotos - u. a. auch mit Hitler, der sich hier als ambitionierter Architekt und Stadtplaner in Szene setzte.
Inszenierungen mit Terrassen, Blickachsen, Wandelhallen und eine Fülle von Versammlungs- und Veranstaltungsorten sowie Verwaltungsgebäuden sollten die Linzer Bürger und Gäste beeindrucken. Realisiert wurden nur zwei Brückenkopfgebäude, größere Arbeiterwohnsiedlungen und das Industriegebiet.
Linz und Weimar haben eine weitere, grauenhafte, Gemeinsamkeit: Mauthausen und Buchenwald. Beide Konzentrationslager waren jeweils am Stadtrand angesiedelt.
Josef Goebbels Ausspruch „Allein der Nationalsozialismus ist die Luft, in der wir atmen“ war im Ausstellungsraum spürbar und liess die Luft anhalten ob der damals beschworenen Visionen.







Die Christliche Seefahrt (Schiffsmodell, Zucker, Kaffee, Gewuerze) Kunstsammlungen Gera

Die Christliche Seefahrt |
Mittelaltersaal, Kunstsammlung Gera 1999

Schiffsmodelle, beladen mit Zucker, Kaffee und exotischen Gewürzen.

Installationen

Installationen


Die Metamorphose - ein Tempel für die Liebe, Galgata Die Metamorphose - ein Tempel für die Liebe (Philemon und Baucis)Galgata

Die Metamorphose - ein Tempel für die Liebe ? | Galgata bei Gubbio, 17. Mai 2006

Die beiden Alten wissen die Zeichen zu deuten. Ihre knorrigen Körper rücken die Dinge zurecht: Küche und Bett werden gemacht, die Stühle übereinander gestapelt.
Die Zeit wird zu knapp sein, um die in die Stadt verzogenen Kinder zu rufen. Ein letzter Durst nach Wasser begleitet den Abschied, der ein rotes Gläserklingen hören lässt.
Aneinandergeschmiegt erwarten sie die Nacht, welche der einsetzenden Dämmerung folgt.

(Kommunizierende Gefäße auf Hausruine, Grüner Baumstamm verkettet mit Holzbalken, Zwei Stühle, Zwei Wasserflaschen „Philemon“ und „Baucis“, eine halbgeleerte Weinflasche samt zwei Weingläsern)





Wohlgerüche des Orients, orientalische Parfuems an Toilettentuer Wohlgerüche des Orients, Latrine

Wohlgerüche des Orients |
ACC Galerie Weimar 2001

Installation auf den Toiletten der Galerie anlässlich der Ausstellung Orientale. Namen orientalischer Parfüms an den Türen, Einbau von Latrinen. In den Toiletten Duft "Opium pour Homme" bzw. "Opium pour Femme".



Installationen

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La Poesia | Rom 1992

10 Messingtafeln mit den Namen von Dichterinnen, montiert auf Bibliotheksleitern.

Bibliotheksleitern "La Poesia" Bibliotheksleitern "La Poesia" (Messingtafel Dichterin)
Installationen

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Flucht nach vorn | Mobilar Linz 1987

Grundriss Einfamilienhaus aus Gartenkieseln, Eingangstür als Bar, an der internationale Drinks mit Fernwehflair (Manhattan, Cafe Rio etc.) ausgeschenkt wurden. Durch diese Cosmopolitan Drinks illuminierte Gäste zerstörten herumtorkelnd die Grundrisszeichnung und die Illusion vom trauten, geschützten Heim.

Grundriss Einfamilienhaus, Gartenkiesel, Bar



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